Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch Ministerpräsident a.D. Professor of Management Practice in Regulated Environments an der Frankfurt School of Finance and Management

Mit der Digitalisierung und der Dekarbonisierung stehen in den nächsten Jahrzehnten zwei große Treiber von Regulierung in den Startpositionen. Regulierung muss dabei vorausschauend und risikogetrieben sein. Zurzeit sind Deutschland und die Europäische Union indes keine Treiber dieser Diskussion. 

Dabei kann auch Regulierung Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, muss man Regulierung auf einer Ebene begreifen, die oberhalb der jeweils praktisch zu regelnden Sachverhalte liegt. Diese Aufgabe kann nur durch interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit bewältigt werden.

Eine Unternehmenssteuerreform ist sehr wichtig, und ich sehe hier auch keinen fundamentalen Dissens in der Union. Die große Koalition ist noch sehr in den alten Kategorien der Sozialpolitik verhaftet, dabei müssen wir uns viel stärker auf ein innovationsgetriebenes globales Umfeld einstellen. 
 
In einer neuen Regierung muss vieles nachgeholt werden. Unser Land wird sich verändern müssen. Deshalb sollten CDU und CSU ihre Positionen klar schärfen, sonst wird die Union ihre Wähler nicht binden. Ich könnte mit allen zur Wahl stehenden CDU-Vositzenden leben, halte Friedrich Merz aber für die beste Wahl.  
 
Deutschland und Europa machen sehr kleinteilige Regulierungsschritte, die USA und China können Investoren für Innovationen einen sehr viel größeren Markt bieten. Regulierung muss abstrakt sein und darf nicht kleinteilig in Wirtschaftsprozesse eingreifen. Wir sollten uns auf Ludwig Erhard besinnen und dem Einzelnen mehr vertrauen, das hilft auch der Gemeinschaft. 
 
Der Staat ist dazu da, für das Zusammenleben der Menschen ganz grobe Regeln zu schaffen. Jede Regulierung, die zu detailliert ist, greift zu tief ins Wirtschaftsgeschehen ein. Die Staatsgläubigkeit wird zunehmend zum Problem.  
 

 

 

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on linkedin

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. ist ein bundesweit organisierter unternehmerischer Berufsverband mit derzeit über 12.000 Mitgliedern, der 1963 gegründet wurde. Wir bieten unseren Mitgliedern eine Plattform zur Mitgestaltung der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Der Wirtschaftsrat vertritt Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Wir finanzieren uns ausschließlich durch die Beiträge unserer Mitglieder.

Schreiben Sie einen Kommentar

Nutzen Sie die Möglichkeit aktiv an der Klausurtagung teilzunehmen. Wir werden eingesendete Kommentare in das Programm einfliessen lassen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass aus Zeitgründen nicht alle Kommentare berücksichtigt werden können.